Flößermuseum
Der westliche Frankenwald bot durch seinen Waldreichtum und die vielen
Wasserläufe günstige Voraussetzungen für Holzhandel und Flößerei. Seit dem
Mittelalter versorgten die Frankenwaldflößer das Main- und Rheingebiet mit
Holz. Die Flößerei war wichtigste Einnahmequelle und veränderte nicht nur die
Landschaft, sondern prägte auch das Erscheinungsbild der Dörferund ihre soziale
Struktur.
Unterrodach ist so ein typisches Flößerdorf. In Erinnerung an die Zeit der
Flößerei, die in den 1950er Jahren zu Ende ging, gründete die Gemeinde 1968 ein
Museum, das 1987 neu eingerichtet wurde. Es ist in einem ehemaligen
Floßherrenhaus untergebracht, dessen Bausubstanz auf das 17. Jahrhundert
zurückgeht. Im 19. Jahrhundert baulich stark verändert, wurde es an
Floßknechtsfamilien vermietet. In seinen zehn Räumen stellt das Museum die
wichtigsten Aspekte des Flößereigewerbes dar.
Nach einem Überblick über Schneidmühlen und Waldarbeit veranschaulichen
zahlreiche Photographien, Modelle und Werkzeuge die Arbeit der Flößer. Dem
harten Alltag wird schließlich das romantisierende Bild vom Beruf des Flößers
gegenübergestellt. Ein Raum ist der weit über den Frankenwald hinausreichenden
Bedeutung der Flößerei und ihrer Geschichte gewidmet. Er informiert über
Handel, Zölle und Floßhandelswaren, über den Einfluß von Eisenbahn und
Mainkanalisierung bis hin zum Niedergang des Berufsstandes. Wandtafeln zur
Flößerei auf dem Rhein und in anderen Gegenden Deutschlands bieten
Vergleichsmöglichkeiten.
In einem Dokumentationsraum kann man Filme zum Thema Flößerei aus der Zeit von
1930 bis heute sehen. Eine umfangreiche Literatur- und Photosammlung steht auf
Anfrage zur Verfügung.